Traumjob Kameramann

Das etwas andere Gespräch mit dem Gründer von ON AIR Videoproduktion.

Tierarzt, Polizist, Fußballer oder Pilot – das sind die beliebtesten Berufswünsche der Kinder. Der Kameramann kommt in einer neuen Statistik eigentlich erst im Mittelfeld – eigentlich, denn für Christian Dangelmaier war und ist es noch immer der Traumjob schlechthin. Das hat er im VIER.SECHS.DREI.-Interview ausgeplaudert, als er mit seinem freien redaktionellen Mitarbeiter, Raimund Stroick, über seine ersten Schritte im Sandkasten sinnierte.

Raimund: „Das ist ja mal ein Karrierestart – auf dem Spielplatz, wow …“

Christian: „Ja, das war mit 15, mit einem Kumpel. Wir haben damals Aufnahmen mit Stopp-Trick gemacht.“

Raimund: „Immer seiner Zeit voraus, und das, obwohl du ja eigentlich so ein ruhiger Vertreter bist!?“
Christian: „Was heißt ruhig, bin halt mehr der Denker, kann ja nicht jeder so wie du …“

Raimund: „Och, ich kann damit leben, gebe zu, ich drifte gerne mal in andere Sphären ab. Zum Glück bist du mein kongenialer Gegenpart, wie du die Übersicht behältst. Ich glaube, genau das ist ´ne gute Mischung, die uns beim Brainstorming zu den unterschiedlichen Themen gut voran bringt … und für dich ´ne gelungene Abwechslung zu den zahlreichen Reisen, die du immer machst.“ (grinst)

Christian: „Reisen hört sich so nach Urlaub an, aber glaub´ mal, mit Entspannung hat das in der Regel wenig zu tun. Es ist halt Arbeit, wenn es nach Marokko, Russland, Frankreich oder sonstwohin geht. Um Land und Leute kennenzulernen, ist der Aufenthalt meistens zu kurz.“ 

Raimund: „Ja, ja, mein Mitleid hält sich relativ in Grenzen, immerhin gibt’s nach deinen Kurztrips einiges zu erzählen, oder?“

Christian: „Natürlich, da waren schon wirklich atemberaubende und verrückte Sachen dabei, wenn ich so an die Aufnahmen am Comer See für den Rose Versand denke oder an den Trip an den Rand des Atlasgebirges …“

»Innovation wird großgeschrieben«

Raimund: „Aber meist kommen ja in außergewöhnlichen Situationen auch außergewöhnliche, innovative Ideen heraus …“

Christian: „Klar, Innovation schreibe ich auch ganz groß – das ist auch das Spannende an diesem Job, du musst immer umdenken, weil es anders kommt als geplant. Wenn ich da z.B. an den Dreh mit dem Radfahrer Bobby Root denke. Mit dem haben wir auf der 2011 noch nicht freigegebenen B67 in Rhede einen Speedrekord auf einem Rennrad aufgenommen. Da hast du schon ein mulmiges Gefühl, wenn der „Verrückte“ mit 125 km/h und nur 5 cm Abstand hinter deinem Auto herdonnert – da musst du dir vorher viele Gedanken machen, wie du das ohne Komplikationen hinbekommst.“

Raimund: „Ach komm, mit Komplikationen kennst du dich doch aus – Stichwort Lena Gercke …“
Christian: „Oh ja, mit der hatte ich mal einen Dreh in Berlin. Das Witzige ist, dass wir beide zu spät gekommen sind – also zum Dreh – damals haben die Piloten mal wieder gestreikt. Da habe ich stundenlang im parkenden Flieger gesessen und mit dem Auftraggeber permanent telefoniert. Letztendlich bin ich dann doch rübergeflogen. Wir hatten halt Glück, dass Lenas Flug auch nicht pünktlich war.“

Raimund: „Lustig ist es ja nicht immer, erst recht nicht beim Sprengstofftest am Flughafen, oder?“

Christian: „Ach ja, das ist für mich mittlerweile schon normal, da gewöhnt man sich dran. Aber beim ersten Mal musste ich schon schlucken. Am Flughafen werde ich mit der Kameraausrüstung oft zur Seite gewunken – die prüfen dann, ob Sprengstoff versteckt ist – lustige Sprüche kommen dann gar nicht gut an. Da fliegt so´n Airbus schon mal ohne dich los, wenn du den falschen Zollbeamten vor dir hast …“

Raimund: „Eigentlich darf man es dir ja gar nicht sagen, sonst klebst du wieder unter der Decke, aber was ich bei dir so schätze ist der ungewöhnliche Blick …“

Christian: „Wieso, schiel´ ich oder was?“

Raimund: „Nein, der Blick für außergewöhnliche Perspektiven, für ungewöhnliche Einstellungen, bei dir merkt man halt, dass du im Kopf anders tickst, aber das ist jetzt ausnahmsweise mal ein Lob. Ich finde das toll, immer auf der Suche nach dem spektakulären Blickwinkel …“

Christian: „Klar, z.B. im Maschinenbau, da gibt es schon einzigartige und vor allem auch abenteuerliche Szenen. Eigentlich schade, dass wir nicht alles der Öffentlichkeit zeigen dürfen. Da sind tolle, hochwertige Anlagenvideos dabei, aber den Firmen gegenüber habe ich natürlich eine Verschwiegenheitspflicht – Betriebsgeheimnis eben.“

»Stadtführung der anderen Art«

Raimund: „Lass uns mal über das spektakuläre Video für die Stadtsparkasse reden –das war mal die andere Stadtführung durch Bocholt, ne?“

Christian: „Ja, uneingeschränkt, das hat mega Spaß gemacht, mit dem Parkourläufer zu arbeiten. Wie so oft habe ich mir vor dem Dreh noch ein Weihnachtsgeschenk gemacht – ein Kamerastabilisierungssystem. Das konnte ich da perfekt einsetzen. Und unser Pakourer Alex hat mich auch ganz schön gefordert. Da musst du sportlich schon einigermaßen fit sein, um dem Alex zu folgen. Mit dem System vor der Brust ist es ungefähr so, als würdest du einen Kasten Wasser vor dir her tragen. Hat aber riesig Bock gemacht und das Ergebnis spricht, denke ich, für sich.“

Raimund: „Stichwort SAG NEIN ZU Hubert ─ ist ja für mich einer deiner besten Charakterdarsteller.“

Christian: „Ist er auch, ein Profi eben. Und da macht das Drehen doppelt Spaß. Das Projekt war für den Deutschen Verkehrssicherheitsrat. Da ging es um das Thema Sicherheit im Straßenverkehr: Themen wie Alkohol, Geschwindigkeit oder Anschnallpflicht am Autosteuer sollten hier beleuchtet werden. Die technische Herausforderung für mich als Kameramann lag darin, auch Bilder mit dem Blick von außen ins Auto zu produzieren – und das bei Tempo 70. Da wird man nicht nur inhaltlich kreativ, sondern auch was die technische Umsetzung angeht.“

»Abwechslungsreicher geht es kaum«

Raimund: „Wenn du so erzählst könnte man meinen, das ist dein Traumjob.“

Christian: „Naja, wer hat schon so eine abwechslungsreiche Arbeit, heute im OP, morgen in der Gießerei – wir haben einen Kundenstamm quer durch die Gesellschaft, das ist meine „kreative Austobzone“ – ich kann mir nichts Besseres vorstellen ... außer natürlich Privatier.“ (lacht) ◀

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