Heute noch lokal, morgen schon global

Das Berufskolleg am Wasserturm ist jetzt eine IB-World School: Als erste berufsbildende Schule in Deutschland ist man nun in der Lage, den „International Baccalaureate“ zu vergeben.

Mehr als zwei Jahre intensiver Vorarbeit eines umfangreichen Lehrerteams rund um Schulleiter Michael Ebbers fanden einen vorläufigen, glorreichen Abschluss, als die Akkreditierungsurkunde zur IB-World School dem Berufskolleg am Wasserturm im Rahmen einer Feier überreicht wurde. Die Schule ist damit in der Lage, ausgewählten Schülerinnen und Schülern nach einem breitgefächerten Unterrichtsprogramm (das sogar Bereiche wie Erkenntnistheorie und Kreativität mitabdeckt) und anspruchsvollen, mehrsprachigen Prüfungen ein Internationales Abitur (International Baccalaureate) zu verleihen. Ausbildung und Abschluss gelten als ideale Vorbereitung auf und Schlüssel zu hochwertigen Bildungs- und Arbeitsangeboten auf der ganzen Welt.

Grußworte von EU-Parlamentarier Dr. Markus Pieper sowie Bundestagsmitglied Johannes Röring unterstrichen die Bedeutung des Festakts ebenso wie die Reden von Landtagsmitglied Hendrik Wüst, Landrat Dr. Kai Zwicker, dem Bocholter Schuldezernenten Thomas Waschki, Andrea Bitters als Schulpflegschaftsvorsitzender und Katrin Fox als Vertreterin des IB-Regional Office in Den Haag.

Mrs. Fox präsentierte sich selbst als Musterbeispiel einer modernen, weltoffenen Bildungskarriere: in Deutschland aufgewachsen, in den Niederlanden lebend, mit einem Briten verheiratet und soeben von Schuleröffnungen unter anderem in Ghana und im irakischen Erbil zurückgekehrt. Für sie steht das IB-Konzept auch für Charakterbildung. Die „IB community“ sei eine werteorientierte Gemeinschaft, die dem Berufskolleg am Wasserturm nun offenstehe: „Bildung ist eine Klammer für die Welt“, so Fox.

»Berufskolleg goes international«

Schulleiter Ebbers betonte in seiner Rede den besonderen berufsorientierten Ansatz, der das IB-Konzept des Berufskollegs am Wasserturm von gymnasial geprägten IB-Curricula unterscheidet. Das Berufskolleg sucht ganz ausdrücklich die Kooperation mit international tätigen Unternehmen in der Region, um betriebswirtschaftliche Theorien und internationale Geschäftspraktiken miteinander zu verknüpfen. Mit PERGAN, LEBO und der Stadtsparkasse Bocholt haben bereits drei Bocholter Unternehmen ihre Bereitschaft angezeigt, eine IB-Patenschaft zu übernehmen. Ziel sei es, so Schulleiter Ebbers, allen IB-Schülerinnen und Schülern einen Unternehmenspaten an die Seite zu stellen.

Das Berufskolleg am Wasserturm schärft mit diesem neuen Angebot sein Profil als europäisch ausgerichtete Bildungseinrichtung. Meilensteine auf diesem Weg waren in den letzten Jahren beispielsweise die Einrichtung einer Eurobusiness Class in 1999 (mit bilingualem Unterricht und Pflicht zum Auslandspraktikum), der Sieg im Bundeswettbewerb „Europäisches Sprachensiegel 2000“ oder die Zertifizierung als „Europaschule in NRW“ in 2007 (samt Rezertifizierung mit Auszeichnung in 2013). Das entspricht der europäischen Ausrichtung vieler Mittelstandsfirmen aus der Region und rundet damit das Bildungsangebot im Raum perfekt ab.

Andrea Bitters brachte die Sicht der Schüler ein. Der erleichterte Zugang zu internationalen Bildungsangeboten sei ein großer Schritt, der den Schülern Vorteile auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt gebe, so Bitters, die auch den ganzheitlichen Ansatz des IB-Konzepts lobte: Das Programm verknüpfe Sprachliches, Inhaltliches und sogar Sportliches und sei dadurch sehr bereichernd, eine Erfahrung fürs Leben, sozusagen. Symbolisch überreichte sie dazu passend einen Feldahorn „als Begleiter für die nächsten 200 IB-Jahre“.

»Innovationen sind Notwendig«

Hendrik Wüst und Dr. Kai Zwicker sahen das neue Schulangebot auch aus ganz anderen Perspektiven – unter anderem als neues „As im Ärmel“ beim Wettbewerb der Regionen und als weiteren Baustein im Kampf um hochqualifizierte Fachkräfte für das Münsterland, aber auch als Beitrag zu internationaler Kooperation und europäischer Integration. Beide dankten daher dem Berufskolleg für die „Pioniertat“ im Namen der Region wie auch der Wirtschaft.

Hendrik Wüst hob die Rolle der berufsbildenden Schulen hervor: Was einige als „Warteschleife Berufskolleg“ anmeckerten, bewähre sich in der gesellschaftlichen Realität als ein System, das auf der einen Seite immer mehr „Erziehungsaufgaben“ wahrzunehmen habe, zum anderen aber immer wieder mit Innovationen wie dieser hier aufwarten würde. Er machte auch die berufsbildenden Schulen hinter der Tatsache aus, dass die Region zwar bundesweit den geringsten Gymnasiasten-Anteil habe – gleichzeitig aber auch (zusammen mit Coesfeld) die niedrigste Jugendarbeitslosigkeitsquote in NRW …

Der Festakt im FORUM der frischgebackenen IB-World School wurde von drei begeisternden Auftritten des hauseigenen Lehrerchors untermalt.

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