Ganz oben aufgeschlagen

Bundesligasport in Borken: Das haben die Skurios Volleys Borken, die 1. Damenmannschaft des RC Borken-Hoxfeld, möglich gemacht. Und dieses Team ist etwas ganz Besonderes …

„Wir sind ein verrückter, bunter, gemischter Haufen“, beschreibt die Mannschaftskapitänin Lena Nelke (22) die Skurios Volleys. Die jungen Frauen zwischen 18 und 30 Jahren kommen hauptsächlich aus der Borkener Umgebung. Zehn von 14 Spielerinnen der Mannschaft stammen aus dem eigenen Verein. Das macht die Mannschaft unter allen Zweitligisten einzigartig, und sie ist stolz darauf. „Viele von uns spielen schon sehr lange zusammen. So sind wir wie zu einer Familie geworden“, sagt Lena Nelke. Die junge Studentin und Bankkauffrau spielt Volleyball, seit sie sechs Jahre alt ist. Durch den Aufstieg der Mannschaft ist der Sport für sie zu einem viel intensiveren Hobby geworden. „Dass wir in der 2. Bundesliga spielen, bedeutet auch Training unter anderen Bedingungen. Es macht sehr viel Spaß“, erzählt die 22-jährige.

»Zwei Männer für die Damen«

Ulrich Seyer ist der ehrenamtliche Teammanager der Volleyballerinnen und kümmert sich seit zwei Jahren ausschließlich um die 2. Bundesliga. Der Berufsfeuerwehrmann ist seit 2005 im Verein aktiv: „Seit meine Tochter hier spielt, bin ich dabei. Volleyball hat mir immer viel bedeutet.“ Das Teammanagement ist wohl ein 40-Stunden-Job, und das Team bringt Ulrich Seyer größte Wertschätzung entgegen für das, was er tut. Die Vermarktung, Sponsorengespräche und die
Koordination des Spielbetriebs sind nur einige seiner Aufgabenfelder. Auf die Frage, was die Mannschaft ihm bedeute, antwortet er spontan: „Da hängt mein Herz dran!“

»von der Pike auf«

Seit einem Jahr werden die Skurios Volleys von dem A-Lizenz-Trainer Udo Jeschke trainiert. Den Teammanager erfreut besonders die Erfahrenheit und Professionalität des Trainers. Er habe jede Menge Know-how und viele Ideen mitgebracht, und die Zusammenarbeit mit ihm mache Spaß. Neue Trainingsmethoden und die Saisonvorbereitung brachten die Mannschaft noch einen Schritt nach vorne. Spielerin Svenja Strumpen (30) findet: „Wir haben uns als Spielerinnen professionalisiert. Udo gibt der Mannschaft auch durch einen strengeren Führungsstil großen Spielraum, in dem sie ihr Potenzial entfalten kann.“

In dieser Saison konnte sich die Mannschaft den 9. Tabellenplatz erspielen. Der 7. Platz wäre nach Ulrich Seyers Ansicht auch möglich und verdient gewesen, trotzdem ist die Saison in seinen Augen sehr gut verlaufen: „Ich habe mir einen 1-stelligen Platz gewünscht und bin mir auch die ganze Zeit sicher gewesen, dass wir ihn erreichen. Das Ergebnis ist für uns die Bestätigung, dass wir mit den anderen Zweitligisten nicht nur mithalten, sondern sie auch schlagen können.“

Die Skurios Volleys Borken sind in die Position, die sie erreicht haben, hineingewachsen und haben mit einer steilen Aufstiegswelle den Bundesliga-
sport nach Borken gebracht. Die Mannschaftsälteste, Svenja Strumpen, beschreibt: „Am Anfang haben Freunde zusammen gespielt und entdeckt, dass sie ein Talent haben. Wir haben uns dann proportional weiterentwickelt und spielen jetzt gewollt und gekonnt in der 2. Bundesliga.“ Die Münsteranerin kam vor fünf Jahren durch Trainerin Claudia Paß in den Verein und sei dort dann hängengeblieben. Schon beim ersten Training hätte die Chemie gestimmt. „Das Zusammensein mit den Mädels und auch, dass man sich persönlich näher kennt, wiegt sehr schwer und macht die Mannschaft aus“, erklärt sie.

Die Skurios Volleys sind ein sehr junges Team, in das junge Spielerinnen schon früh miteinbezogen werden. „Wir sind familiär und regional und dadurch in der 2. Bundesliga einzigartig“, so Mannschaftskapitänin Nelke. Und mit einem Blick in die Zukunft fügt Ulrich Seyer hinzu: „Wir wollen auch weiterhin vor allem Spielerinnen aus der Region einsetzen, denn es macht einen Teil des Mannschaftscharakters aus.“ Der Teammanager seinerseits ist stolz darauf, auf viele Nachwuchsspielerinnen aus dem eigenen Verein setzen zu können.

»Aushängeschild für Sponsor, Stadt und Verein«

Der Premiumsponsor Skurios, die „junge Linie“ von Möbel Kerkfeld Borken, hat die Mannschaft in dieser Idee der Individualität inspiriert und gestärkt, und so gab es zwischen dem Namensgeber und der Mannschaft von Anfang an eine sehr gute Zusammenarbeit. Für Ulrich Seyer war „Skurios“ der einzige Name, der in Frage kam. Auch der Geschäftsführer des Möbelhauses hat die Spielerinnen mit Ideen gepackt, sie schätzen seine Unterstützung. „Ein Highlight der Werbekampagne war für mich ein Comic-Fotoshooting“, erzählt Svenja Strumpen. „Und dann haben wir diese schönen, selbstdesignten und personalisierten Trikots …“

»Publikumsmagnet Skurios«

Auch für die Stadt Borken hat die Volleyballmannschaft einen hohen Wert. Sie macht die Stadt auch über die Grenzen des Kreises bekannt. Svenja Strumpen beschreibt: „Plötzlich ist man Vorbildspielerin in einem Verein, den viele kennen und bekommt Feedback von Fans mit weiter Anreise, die dann sagen: Wir kommen auch wieder!“ Politik und Medien nehmen den Volleyball in der Borkener Sportlandschaft ganz neu wahr und sind bei vielen Spielen dabei. Bei den Spielen wird auch Vereinszugehörigkeit präsentiert und vorgelebt. Durch Erfolg haben sich die Skurios Volleys einen besonderen Platz im Verein erkämpft, doch der Verein profitiert auch von ihnen, besonders von dem immer größer werdenden Einzugsgebiet.

Beim ersten Heimspiel in der 2. Bundesliga sind knapp 300 Zuschauer, meist engere Bekannte, in die Mergelsberghalle gekommen, beim letzten Heimspiel gegen den Kieler TV waren es knapp 900. „Ich habe eine Menge für möglich gehalten“, meint Teammanager Seyer. „Aber das hat all meine Erwartungen gesprengt. Ich will behaupten, dass man das bei keinem anderen Zweitligisten so findet. Dort gibt es Zuschauer, wir haben Fans!“ In Borken hat sich ein regelrechter Fankult ent-
wickelt, der den Namen „Skurios“ etabliert hat.

„Jedes Heimspiel der Saison wird so zu einem Highlight!“, meint Kapitänin Lena Nelke. „Man hat Gänsehaut, die Lichter gehen aus, man will raus, hat Spaß, und die Stimmung im Publikum ist total fesselnd.“ Dass ein Volleyballspiel am Samstagabend als Start ins Wochenende bei vielen Borkenern zur Gewohnheit geworden ist, damit hätte Ulrich Seyer nicht gerechnet. „Es kommt zu Situationen, in denen Fans noch eine Stunde nach einem Spiel mit Megafonen auf der Tribüne stehen und die Mannschaft sehen wollen“, berichtet er. Für die Spielerinnen sind besondere Gänsehautmomente jene Anfeuerungsrufe, die in schlechten Spielmomenten unisono aus dem Publikum schallen und der Mannschaft Rückhalt geben: eine Wertschätzung der besonderen Art.

 

 

»Die Begeisterung weitertragen«

Ulrich Seyer, Mitglied im Stadtsportverband, freut sich auch, dass es für Gastmannschaften aufgrund der faszinierenden Stimmung ein Höhepunkt ist, in Borken zu spielen. „Viele Leute, die zu uns in die Halle kommen, verstehen nicht einmal viel vom Volleyball. Das sind kleine Kinder oder Senioren, die bei den Spielen die Stimmung auf den Rängen, den Kampfgeist der Mannschaft und die Atmosphäre drumherum mitnehmen wollen“, berichtet der Teammanager. Beim letzten Saisonspiel in Köln reisten 40 Fans mit den „skuriosen“ Volleyballerinnen, um sie zu unterstützen. Ulrich Seyer sagt: „Mit unserem Team sind wir von Null auf Hundert durchgestartet, und ich bin auf die weitere Entwicklung gespannt. Wir werden den Weg weitergehen und jeden für den Sport begeistern, den wir lieben und leben!“

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