die Unsichtbarkeit der Hörbehinderung

Marcus Schwers unterrichtet bereits seit zehn Jahren an der Zentralschule für Gesundheitsberufe.

Seit 10 Jahren unterrichtet Marcus Schwers bereits in der Zentralschule für Gesundheitsberufe Bocholt-Borken am St.-Agnes-Hospital. Im Kern geht es darum, den Schülerinnen und Schülern ein Stück Empathie auf den Lebensweg mitzugeben. Im Besonderen sich in die Situation des Schwerhörigen hinein zu versetzen. Eine Hörbehinderung ist unsichtbar. Dementsprechend fühlen sich Betroffene von ihrer Außenseiterposition bewahrt, wenn sie einfach den sozialen Kontakten aus dem Wege gehen.

»Sozialen Situationen nicht aus dem Weg gehen«

Einkaufen, Bankgeschäfte, Tanken … im Grunde nach lassen sich alle täglichen Aufgaben erledigen, ganz ohne Gespräche führen zu müssen. Der Schwerhörige geht sozialen Situationen immer mehr aus dem Weg, was dazu führt, dass seine auditive Kompetenz noch schlechter wird. Für einen Patienten, der dem Arzt oder dem Krankenpfleger nicht offenbaren möchte, dass er schlecht hört, kann es sogar zu fatalen Missverständnissen führen, wenn beispielshalber im Anamnesegespräch auf wichtige Fragen nach Medikamenten falsch geantwortet wird. Welche Funktionen das Hören beinhaltet, vergessen wir häufig schnell. Unsere Vitalität, unser Informationsgewinn, die gesamte Kommunikation, die Wahrnehmung von Gefahrhinweisen, die räumliche Orientierung und selbst die Auffassung stimmungsgebender Informationen in der Prosodie unseres Gegenüber nehmen wir nur mit einem funktionsfähigen Gehör wahr.

Im Rahmen eines Praktikums simulieren die Schülerinnen und Schüler während der Pause selbst eine Schwerhörigkeit mit Gehörschutzstöpseln, um einen kleinen Einblick in die Situation zu erhaschen. Aber auch wichtige Regeln im Umgang mit Schwerhörigen müssen gelernt sein, das antlitzgerichtete Ansprechen, die richtige Entfernung und Beleuchtung, eine deutliche, langsame und laute Aussprache, Vermeidung von Fremdwörtern, nicht zu viele Störgeräusche und viele weitere kleine Tipps verhelfen zur Sicherstellung einer guten Kommunikation.

»Wissen für die Zukunft«

Ein Otoskopie Screening gehört darüber hinaus weiter zu den Praktika, so hat am Ende des Tages jeder Schüler einmal ein Ohr otoskopiert, und ein perlmuttfarbendes Trommelfell samt Umbo und Malleus durchschimmern sehen. So können sie im weiteren beruflichen Verlauf im Falle eines Cerumenpfropfes im Gehörgang selber einen Arzt verständigen. Aber auch die Bedienung und Handhabung von zeitgemäßen Hörgeräten, Wissenswertes über Implantate wie zum Beispiel dem Cochlear Implantat, Wichtiges über pathologische Zusammenhänge und alle allgemeinen Fragen werden bis zum Ende des Tages beantwortet. Macht Spaß - in diesem Sinne, auf die kommenden zehn Jahre.

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