Borkens Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing über Baustellen, Erfolge und Perspektiven.

VIER.SECHS.DREI.: Hallo, Frau Schulze Hessing, schön, dass Sie noch ein wenig Zeit für uns haben – zwischen all den „Baustellen“ momentan. Man sieht der Stadt an, dass sich viel bewegt, sehr viel Dynamik an allen Ecken und Enden …

Ja, es ist einiges los in Borken. Nachdem das Bahnhofumfeld samt neuem Servicegebäude im Jahr 2016 fertiggestellt wurde, sind wir aktuell dabei, die Bahnhofstraße zweispurig auszubauen. Hier wollen wir Ende Juli 2018 fertig sein. Anschließend bauen wir den Kreisverkehr Wilbecke / Heidener Straße in fünf Bauabschnitten bis voraussichtlich März 2019 neu. Damit wäre dann ein jahrelanges Borkener Großprojekt erfolgreich abgeschlossen. Daneben sind wir in der Umsetzung zur Entwicklung des Mühlenareals im Stadtzentrum von Borken. Für alle Nicht-Borkenerinnen und -Borkener: Das Mühlenareal bezeichnet das Stadtgebiet im Bereich des Zusammenflusses der Borkener Aa und des Döringbachs. Das Mühlenareal soll zum positiven Eintritt in die Innenstadt von Borken analog der Neugestaltung des Kirchplatzes sowie der Kirchumfahrt umgebaut werden. Bestandteile sind dabei die dringende Erneuerung der vorhandenen Wehranlage, der Bau einer Fischtreppe, der Neubau zweier Brücken und eines neuen Kreisverkehres sowie die Umgestaltung der Ufer der Borkener Aa in Form der Aa-Terrassen. Hier wollen wir Ende 2020 fertig sein.

Aber auch in den Borkener Ortsteilen ist Bewegung. Dorfentwicklungskonzepte wurden und werden durchgeführt. In Weseke wird aktuell ein neues Wohnbaugebiet mitten im Ort geplant. Weiterhin befindet sich der Bau eines Dorfgemeinschaftshauses in der Umsetzung. Im Ortsteil Borkenwirthe / Burlo beginnt gerade die Umsetzungsphase des in 2017 abgeschlossenen Dorf-Innenentwicklungskonzeptes (DIEK). Weiterhin steht dort in diesem Jahr die Fertigstellung des neuen Heimathauses an. Das DIEK für den Ortsteil Marbeck ist geplant, ein entsprechender Förderantrag wurde gestellt.

Dynamik ist auch in der Schullandschaft. Hier sind wir mit der Schulentwicklungsplanung sowohl im Bereich der Grundschulen als auch im Bereich der weiterführenden Schulen aktiv. Die zukunftsfähige Planung und Instandhaltung der Borkener Schulen ist eine besondere Herausforderung. Das Gleiche gilt für die Schaffung eines guten Betreuungsangebotes für Kinder. Daneben stehen weitere Investition an, z.B. für den Bau einer neuen Feuer- und Rettungswache sowie im Bereich des Sports, der Kultur und in anderen Bereichen.

Die „Gute Stube“ von Borken ist der Marktplatz – gleich nebenan wird gerade eifrig an der Zukunft gebaut.

Ja, das stimmt. Das Gebäudeensemble Altes Rathaus und die denkmalgeschützte Heilig-Geist-Kirche am Marktplatz werden derzeit als Regionale 2016 Projekt modernisiert und künftig als „FARB - Forum Altes Rathaus Borken“ sowie als Tourist-Information neu konzeptioniert.

Im Zeichen von „Begegnen – Erleben – Erfahren“ entsteht hier ein lebendiger Kulturort, der einen Gestaltungs- und Erlebnisraum für Kunst, Geschichte und Kultur bietet. Dabei gibt es zwei Themenschwerpunkte: Zum einen die Kunst und Druckgrafik der Moderne und zum anderen die Geschichte und Gegenwart der Stadt. In der Tradition des Stadtmuseums soll das Forum das kulturelle Erbe Borkens für die zukünftigen Generationen bewahren. Überregionalen Stellenwert erlangt das Forum darüber hinaus als Knotenpunkt für das deutsch-niederländische Grafiknetzwerk. Seit Baubeginn im Oktober 2016 schreiten die Umbauarbeiten am Gebäude des FARB stetig voran. Die Eröffnung des FARB ist im Jahr 2019 geplant. Hier soll das Kulturherz der Stadt schlagen und die Vernetzung zu allen Borkener Kulturakteurinnen und Kulturakteuren stattfinden. Zukunftsfähig sind wir auch im Bereich von Wohn- und Gewerbeflächen. Wir verfügen über attraktive Bauflächen für Wohn- und Gewerbezwecke in allen Ortsteilen und sind gerade dabei, neue Potentiale in allen Ortsteilen zu ermitteln.

Das FARB wird die Innenstadt sicherlich weiter aufwerten. Auch in der City hat sich in den letzten Jahren ja viel getan …

Schön, dass es Ihnen aufgefallen ist. Wir versuchen die Innenstadt städtebaulich und inhaltlich attraktiv zu gestalten. Beim Kirchplatz St. Remigius ist uns dies, denke ich, ganz gut gelungen. Hier lädt der wöchentliche Feierabendmarkt jeden Donnerstag von 15 bis 19 Uhr in toller Atmosphäre zum Einkaufen und Verweilen ein.

Aber auch an anderen Stellen in der Innenstadt haben wir bereits Aufwertungen durch z.B. eine höherwertige Pflasterung oder die Errichtung eines Spielpunktes auf dem Marktplatz vorgenommen. Diese werden wir auch weiterhin in Abstimmung mit der Politik und der Bürgerschaft fortsetzen.

Ein interessantes Angebot von Veranstaltungen in der Innenstadt ist auch wichtig. Ob Maitremsenfeier, Borkener Grafikbörse und Kunstweekend, verkaufsoffene Sonntage, Borkener Bierbörse, Borken - that‘s live, Borkener Citylauf, Borkener Weinfest, Borken Open Air: Schlagersause, Borken à la Carte, IDEALE Kurzfilmfestival Westmünsterland, Borkener Stadtfest oder dem Winterevent „Borken eisgekühlt“ mit Echteisfläche zum Schlittschuhlaufen und Eisstockschießen - ich denke, es ist für jeden etwas Passendes dabei.

Dazu kommen noch die zahlreichen Veranstaltungen anderer Kulturakteure wie z.B. der Kulturgemeinde, der Stadtmusik, der Heimatvereine, der midlife company sowie Veranstaltungen und Konzerte in der Stadthalle Vennehof, im KulturRaum³ und im music!garden in Burlo und nicht zu vergessen unsere 17 Schützenfeste. Wir arbeiten auch an dem Ziel, die Borkener Innenstadt durch mehr Gastronomie aufzuwerten. Daneben vergessen wir aber nicht, auch in den Ortsteilen attraktive Angebote zu machen oder zu unterstützen.

Kurz – Borken brummt. Gibt es dazu auch ein Feedback aus der lokalen und regionalen Wirtschaft?

Die Stimmung in der Borkener Wirtschaft ist ausgesprochen gut. Ich nehme das aus zahlreichen Gesprächen mit den Verantwortlichen mit. Darüber hinaus spiegelt sich die gute Wirtschaftslage neben dem Aufkommen an der Gewerbesteuer und der anteiligen Einkommenssteuer in den zahlreichen Bau- und Expansionsvorhaben am Standort wider. Viele unserer Unternehmen erschließen sich neue Geschäftsfelder oder wachsen in ihren angestammten Bereichen weiter. So entstehen neue Arbeitsplätze. In Borken herrscht nahezu Vollbeschäftigung. Standortsicherung für die mittel- und langfristige Weiterentwicklung von Unternehmen hat demnach für mich eine sehr hohe Priorität. Dabei ist ein wichtiges Thema auch die Schaffung der digitalen Infrastruktur, die wir aktuell mit dem dazugehörigen Breitbandausbau forcieren. Ganz zentral für Unternehmen ist die Frage, ob sie noch genügend gute Arbeitskräfte finden, mit denen sie ihre Zukunft gestalten können.

Die städtische Wirtschaftsförderung bietet dazu verschiedene Formate wie z.B. das Azubi-Speed-Dating am 14.06.2018 an. Wir nehmen wahr, dass die Resonanz auf diese Veranstaltungen seitens der Unternehmerschaft immer größer wird. In diesem Jahr planen wir erstmals zum Thema Fachkräftegewinnung eine Nacht der Ausbildung am 22.11.2018.

Insgesamt hat die Wirtschaftsförderung für mich einen hohen Stellenwert. Daher ist die Wirtschaftsförderung als Stabsstelle direkt bei der Bürgermeisterin angegliedert. Mir ist ein enger Austausch mit den Unternehmerinnen und Unternehmern sehr wichtig. Neben dem bereits gut etablierten Unternehmerfrühstück möchten wir künftig die Netzwerkarbeit der Unternehmen weiter stärken, weil wir aus der Unternehmerschaft die Rückmeldung erhalten, dass sich zahlreiche Unternehmen für den Standort Borken einbringen und engagieren möchten.

Der interkommunale Gewerbepark an der A31 ist jetzt Geschichte. Gab es dazu auch Reaktionen aus den Unternehmen – und wie reagiert die Stadt auf die neue Situation?

Das Projekt „Interkommunaler Gewerbeparks A 31“ wurde aufgegeben und befindet sich in der Liquidation. Als Ergebnis steht der Stadt Borken ein Planungsrecht von rund 33 ha Gewerbeflächen zur Verfügung. Dieses Planungsrecht ist derzeit in Borken noch nicht fest verortet. Aufgrund der anhaltenden hohen Nachfragen und dem erforderlichen Planungsverlauf sind wir jedoch dabei, neue Flächen zu entwickeln.

Daneben besteht in Borken seit Jahren eine unvermindert hohe Nachfrage nach Gewerbe- und Industriebauflächen. Diese Nachfrage führt zu einer entsprechend positiven Entwicklung in unseren Gewerbe- und Industriegebieten entlang der Landwehr und in den Ortsteilen. Weiterhin lässt die zügige Vermarktung der Gewerbeflächen in der ehemaligen Hendrik-de-Wynen-Kaserne diese positive Entwicklung ebenfalls erkennen. Einige Reserveflächen stehen hier noch zur Verfügung.

Frau Schulze Hessing, besten Dank für die Informationen! ◀

Share

Freshcode Media
Kurfürstenstraße 38
46399 Bocholt

+(49) 2871 2748104

kontakt@463.jetzt