Zurück in die Zukunft

Als am 1. Oktober der große, blaue Flender Schriftzug wieder auf dem Bürogebäude an der Alfred-Flender-Straße prangte, war dies das weithin sichtbare Zeichen für die Rückkehr einer traditionsreichen Unternehmensmarke: Flender ist zurück. Ein Blick hinter die Kulissen und Entwicklungen beim Bocholter Getriebe- und Kupplungshersteller.

Wenn man mit Stefan Tenbrock durch die Fertigungshallen läuft, hat sich auf den ersten Blick nicht so viel verändert. Erst auf den zweiten Blick fallen sie auf, die vielen kleinen Hinweise für den Zeitenwandel beim größten Arbeitgeber in der Region: Blau als Unternehmensfarbe hat das Siemens-Petrol abgelöst, Mitarbeiter grüßen in Poloshirts mit Flender-Schriftzug, das Wort „Flenderaner“ wird wieder häufiger in den Mund genommen. 

„Flender ist unsere starke Marke mit einer mehr als hundertjährigen Tradition, unter der wir immer unser Geschäft geführt haben“, sagt Tenbrock, der zusammen mit Dr. Ulrich Stock als Geschäftsführer die Geschicke der Flender GmbH leitet und selbst ein Flender-Urgestein ist. Dass die Flender-Marke sich nun auch wieder im Unternehmensnamen findet, macht nicht nur die Geschäftsführung stolz, sondern auch viele der weltweit circa 6.000 Mitarbeiter. Stefan Tenbrock ist wichtig, dass es sich bei der Umfirmierung nicht um einen reinen Namenswechsel aus Marketinggründen handelt: „Wir sind nun ein eigenständiges Unternehmen unter dem Dach von Siemens. So sind wir als Marktführer für unsere Kunden global aufgestellt  und können gleichzeitig wie ein Mittelständler agieren.“

"Wie ein Mittelständler agieren"

Die mittelständische Aufstellung sei nötig, um die Wachstumspläne in einem herausfordernden Wettbewerbsumfeld schneller, flexibler und effizienter umsetzen zu können. Und da man weiterhin ein Teil von Siemens sei, vereine man das Beste aus beiden Welten: Stabilität und Prozessqualität eines Konzerns mit der geschäftsspezifischen Flexibilität und Kundennähe eines Mittelständlers. Das drücke sich auch im Namen „Flender“ mit dem Zusatz „A Siemens Company“ aus.

Will man einen Überblick über das Unternehmen erhalten, bedarf es mehrerer Ortswechsel. Während am Hauptsitz in Bocholt die Getriebekomponenten in einer der modernsten Zahnradfertigungen der Welt produziert werden, entstehen eine halbe Autostunde von Bocholt entfernt am Montagestandort in Voerde-Friedrichsfeld am Niederrhein die Getriebe für die unterschiedlichsten Branchen und Anwendungen in aller Welt. Im Werk am Schlavenhorst im Gewerbegebiet Bocholt-Mussum findet sich die Kupplungsfertigung und im sächsischen Penig die Fertigung und Montage der Standardgetriebe. Hinzu kommen Werke in Frankreich, China, den USA und Indien, die die jeweiligen Märkte lokal bedienen und die weltweite Geschäftstätigkeit unterstreichen.

Beim Gang durch die Montagehallen in Voerde zeigen sich die beiden bewährten Standbeine, die auch in Zukunft das Rückgrat von Flender bilden: Das Geschäft mit Antriebslösungen für Branchen wie die rohstoffverarbeitende Industrie oder die Chemie- und Pharmaindustrie auf der einen Seite sowie das Geschäft mit Getrieben für Windkraftanlagen auf der anderen Seite.

"Investition in neue Technologien"

Eine große Erfahrung und jahrelange Branchenkompetenz sind die Pfunde, die die Kunden in beiden Bereichen sehr zu schätzen wissen. Doch Stefan Tenbrock weiß, dass das alleine nicht reicht, um auch in Zukunft den Status des Marktführers zu behaupten: „Wir müssen weiter innovativ bleiben und in neue Technologien investieren.“ Konkret meint er damit vor allem die Digitalisierung, die auch klassische, mechanische Antriebe zu intelligenten und vernetzten Produkten macht. Sensoren an Zahnrädern und Wellen erlauben schon heute eine Messung der Drehmomente und Lasten im Betrieb und ermöglichen so Analysen über den Zustand des Getriebes sowie Rückschlüsse, die in die Entwicklung neuer Produkte einfließen. „Dies sind gerade erst die Anfänge dessen, was möglich ist“, so Tenbrock.

Trotz aktuell schwieriger Marktbedingungen in einzelnen Branchen sind die Flender-Verantwortlichen guter Dinge für die Zukunft. „Wir spüren die Motivation und positive Grundstimmung in der Mannschaft, die Erfolgsgeschichte Flender weiterzuschreiben. Das vielfältige Feedback unserer Kunden zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“, sagt Tenbrock optimistisch. Und vielleicht hat sich mit diesem neuen Geist doch ein bisschen mehr unter dem Flender-Dach verändert, als auf den ersten Blick zu sehen ist. 

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